Corona bei den Amstettner Salesianern: Gedenken an langen Karfreitag im Vorjahr

Für die Salesianerpfarre Amstetten Herz Jesu und für die ganze Salesianerprovinz war es ein sehr langer Karfreitag im letzten Frühjahr. Am 8. April starb Pater August Pauger (93) - innerhalb von nur elf Tagen auch P. Josef Pucher (86),  P. Roman Stadelmann (93) und P. Josef Parteder (82) am Coronavirus. In der Pfarre gedenkt man der Verstorbenen und bittet um das Gebet für die Verstorbenen sowie für alle Opfer der Pandemie und für ein Ende von Corona.

Im engsten Rahmen wurden damals die beiden 93-jährigen Salesianerpatres Roman Stadelmann.und August Pauger am Amstettner Friedhof im Grab der Salesianer Don Boscos beigesetzt. Der damalge Provinzial P. Petrus Obermüller leitete die Begräbnisfeierlichkeit. Im Vermächtnis von Ordensgründer Don Bosco heißt es: "Es reicht nicht, dass ihr die Jugendlichen liebt, sie müssen es auch spüren." Bei Pater Stadelmann habe der Provinzial das Gefühl gehabt, dass dieser die Worte Don Boscos gelebt habe. Der Ordensobere P. Petrus erinnerte dabei an eine liebenswerte Anekdote zu Pater Stadelmann: "Einst war es so, dass mitten während des Kirchenputzes Kinder in die Kirche kamen und sich versteckten. Die Kirchenputzer dachten: Jetzt wird Pater Roman aber mit ihnen schimpfen. Ganz im Gegenteil, er mochte es, wenn Kinder fröhlich sind."

Mit seiner schlichten Art und Weise habe er die Jungen erreicht. Die vielen Nachrufe durch die Ministranten zeigten das. Pater Stadelmann habe den Geist Don Boscos bis zum letzten Atemzug gelebt. Provinzial P. Petrus erinnerte daran, dass Pater Pauger als sehr beliebt galt, gerade unter den Senioren seiner Pfarre in Wien. Er galt als humorvoll und hatte "viel Schmäh". Wie es auf seiner Parte steht "Ich bin die Auferstehung" sei Pater Pauger voll christlicher Hoffnung gewesen.

Im kleinsten Kreis, bedingt durch die Coronavirus-Ausgangsbeschränkungen, wurden damals auch die beiden Amstettner Salesianer Don Boscos Pater Josef Pucher (86) und Pater Josef Parteder (82) beerdigt. Provinzial Pater Petrus Obermüller betont: "Es wären sehr viele gekommen, so konnten sie nur im Gebet verbunden sein mit uns." Trotz aller Tränen hätte man die Hoffnung, dass sie zwar gestorben sind, aber bei Gott sind. Der Ordensobere erinnerte daran, dass andere Salesianerprovinzen weltweit ebenfalls von der Coronapandemie getroffen worden seien. P. Stadelmann galt damals als legendär: mit 93 Jahren spielte er noch mit den Ministranten Fußball und Tischtennis und war erfreut, dass seine Ministranten kurz vor seinem Tod noch das diözesane Fußballurnier gewannen

Pater Josef Parteder, so der Provinzial, sei eine Institution in Amsteten gewesen. Er wirkte von 1970 bis 1978 als Kaplan und Religionslehrer hier im Mostviertel. Pater Petrus bezeichnete ihn als schwungvoll als jemand, der begeistern konnte und zum Nachdenken bringen konnte - das aber nie aufdringlich. Viele Jugendliche hätten gemerkt: "Pater Parteder meint es gut mit uns." Legendär seien die Jungscharlager mit ihm gewesen. Anschließend wirkte er 39 Jahre in der Pfarre Linz-St. Severin. "Dort half Pater Parteder mit, die Pfarrcaritas aufzubauen, denn die Armen waren ihm immer ein Anliegen und er schaute immer über den Tellerrand", wie der Ordensobere Pater Obermüller betont. Drei Jahre war Pater Parteder dann wieder in Amstetten. Hier sei er als Beichtvater sehr beliebt gewesen.

Pater Josef Pucher habe auch ihn geprägt, so Pater Obermüller. Dieser habe ihn einst als Novizenmeister behutsam begleitet. Pater Pucher habe das Leben eines Salesianer Don Boscos authentisch gelebt. Dieser habe die Jugendlichen einfach gemocht und sei für sie immer da gewesen. Der Priester habe "Atmosphäre geschaffen", indem er immer sein Büro geöffnet hatte. Das sei immer so gewesen, auch in seinen letzten Jahren in Amstetten. Er habe viele kleine Zeichen gesetzt, die Jugendlichen gezeigt hätten, dass er für sie da war. Der Provinzial betonte, dass das Begräbnis gerade am 24. April stattfand, an diesem Tag feiert die Kirche den Maria Hilf-Gedenktag, der für den Salesianerorden sehr wichtig ist. Pater Pucher begleitete oft Pilgergruppen in den Marienwallfahrtsort Lourdes und galt als großer Marienverehrer. Für die Amstettner bleibt er als Begleiter der Senioren, als Zelebrant der Frühmesse und als "Telefonist" im Büro in Erinnerung. Der Provinzial erinnerte mit einem Spruch auch an das große Vertrauen von Pater Pucher in Gott: "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern!"

 

 

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